Tourismus

Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank war ein knallharter Schock für die Exportindustrie und vor allem für den Tourismus. Noch sind die Folgen des starken Frankens spürbar. Auch bei der Umsetzung der SVP-Masseneinwanderungsinitiative wird sich der Tourismus mit seinen 40% ausländischen Arbeitskräften noch die Zähne ausbeissen. Was macht Zermatt ohne die Portugiesen? Was machen die Landwirtschaft, der Bau, das Gastgewerbe, die Altersheime und die Spitäler ohne die ausländischen Arbeitskräfte?

Und auch die von der SP und den Linken unterstützte Zweitwohnungsinitiative ist Gift für unseren Tourismus und die Bauwirtschaft.

Der Tourismus kann seine Produktion nicht einfach ins Ausland verlegen. Und die Banken glauben auch nicht mehr so recht an unseren Tourismus. Wir brauchen wieder ein klares Bekenntnis zum Tourismus – von den Akteuren selbst, von den Banken, von der Bevölkerung und vom Staat auf allen Ebenen (Bund, Kantone, Gemeinden).

Als Nationalrat unterstütze ich immer wieder eine Verstärkung des landesweiten Tourismusmarketings, habe verschiedene persönliche Vorstösse für den Tourismus hinterlegt (z.B. Autoverlad mit der Autobahnvignette, Ausbildungsoffensive für den Tourismus, Konjunkturpaket usw.) und habe mich auch konkret für die Interessen der Bergbahnen eingesetzt (z.B. Befreiung der Pistenfahrzeuge von der Mineralölsteuer).

Der Tourismus muss sich in gewissen Bereichen neu erfinden und diversifizieren (z.B. Gesundheitstourismus) und vermehrt Erlebnisse statt Produkte vermarkten. Die verschiedenen kantonalen Akteure in der Produktion, Promotion und im Verkauf müssen noch besser miteinander arbeiten und in möglichst effiziente Strukturen zusammengeführt werden.

In der Hotellerie braucht es in der Hotellerie einen neuen Investitionsschub und flankierende Massnahmen, damit der Tourismus eine Zukunft hat. Einige Ideen:

  • tourismusverträgliche Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative;
  • Regulierungsbremse statt Schuldenbremse (Deregulierungspaket);
  • leistungsfähige Verkehrserschliessung;
  • mehr Geld für das landesweite Tourismusmarketing zur Erschliessung neuer Märkte – einerseits für Schweiz Tourismus und andererseits für Valais Wallis Promotion;
  • Erhöhung der maximalen Hotelkredite;
  • gesetzliche Verankerung des Mehrwertsteuer-Sondersatzes von 3.8%;
  • zielgerichtete Verwendung des Walliser Tourismusfonds für Betriebe mit reellen Marktchancen (kein Giesskannenprinzip!):
  • Massnahmen für mehr Qualität, Innovation und Zusammenarbeit;
  • Erlebnisse statt Produkte verkaufen (Packages);
  • stärkere Spezialisierung der Destinationen und Ausrichtung auf bestimmte Kundensegmente;
  • kostenlose Buchungsplattform;
  • Senkung der Importpreise für Lebensmittel;
  • Anpassung der Visum-Bestimmungen für Fernmärkte;
  • branchenspezifische Flexibilisierung der Arbeitszeiten;
  • Aus- und Weiterbildung statt Militärdienst oder Zivilschutz;
  • staatliche Bürgschaften für Bankkredite;
  • verstärkte Regionalpolitik (Naturpärke, ländlicher Raum, Innotour usw.);
  • Niederflur-Bahnwagen an der Furka und am Lötschberg.